
Die Dependance der deutschen Firma in Slowenien war eigentlich nur für den Einkauf zuständig. Günstige Produkte aus dem Ausland, dafür hatte man das Zentrallager errichtet. Von dort aus ging die Ware vor allem nach Deutschland. „Eigentlich nichts Ungewöhnliches und auch nichts, worüber man sich Sorgen machen musste“, sagt ein Sprecher der Detektei S.E.S mit Stammsitz in Deutschland, der an den Ermittlungen beteiligt war.
„Die Ware kam stets ordnungsgemäß an, niemand bediente sich daran.“ Doch etwas störte den Firmenchef: „Er konnte nicht sicher sein, dass die interne Korrespondenz des Unternehmens nicht doch irgendwo mitgelesen wurde“, sagt der Ermittler, der nicht nur darauf spezialisiert ist, gerichtsverwertbare Beweise zu sichern, sondern auch auf Kollegen zurückgreifen kann, deren Fachgebiet die IT-Sicherheit ist. „Gerade im Ausland weiß man nicht, wie sicher die Einrichtungen sind. Da muss man sich häufig etwas einfallen lassen, damit E-Mails nicht mit- und Festplatten nicht ausgelesen werden können.“
Der Detektiv weiß aus eigenen Beobachtungen, wie viele Mitarbeiter bedeutender Firmen jedem Internetnetnutzer Zugang zu sensiblen Firmendaten gewähren, ohne das zu bemerken. „Da können Verträge eingesehen und Gehaltslisten kopiert, geheime Telefonliste ausgelesen und Briefköpfe ausgedruckt werden, und das von überall auf der Welt“, sagt der Ermittler. „Viele unterschätzen noch immer, dass die Möglichkeiten der modernen Kommunikation auch viele Möglichkeiten für Kriminelle bieten.
Und die müssen, um an sensible Daten zu gelangen, in vielen Fällen noch nicht einmal über profunde IT-Kenntnisse verfügen. Da hilft nur, sich professionellen Rat zu der Absicherung des Netzwerksystems zu holen.“